Rotterdam, Niederlande

Depot Boijmans Van Beuningen

Im Rotterdamer Museumpark steht ein Gebäude, das weltweit Aufmerksamkeit erregt hat. Das Depot Boijmans Van Beuningen ist das weltweit erste vollständig öffentlich zugängliche Kunstdepot und bietet Besuchern einen einzigartigen Einblick hinter die Kulissen der Sammlungsverwaltung eines Museums.

Mit mehr als 155.000 Kunstwerken unter einem Dach vereint das Depot Sammlungsmanagement, Konservierung und Besuchererlebnis. Um dieses Ziel zu verwirklichen, ging das Museum Boijmans Van Beuningen eine Partnerschaft mit Bruynzeel Storage Systems ein. Das Ergebnis ist eine innovative Lagerumgebung, in der maßgeschneiderte Lösungen, Transparenz und Raumeffizienz Hand in Hand gehen.

Arteracks

Mehr als nur ein Ort zur Aufbewahrung von Kunst

Der ursprüngliche Grund für den Bau des Depots war praktischer Natur. Die Sammlung des Museums Boijmans Van Beuningen war auf mehrere Standorte verteilt, und einige der bestehenden Lagerräume entsprachen nicht mehr den zukünftigen Anforderungen.

Doch schon bald kristallisierte sich ein größeres Ziel heraus. Warum sollte ein Lagerraum nur für Museumsmitarbeiter zugänglich sein? Die meisten Museumssammlungen werden normalerweise hinter verschlossenen Türen aufbewahrt. Besucher sehen nur einen Bruchteil dessen, was ein Museum tatsächlich besitzt.

Boijmans wollte einen anderen Ansatz verfolgen. Das Depot sollte nicht nur ein sicherer Ort für die Sammlung sein, sondern auch ein Ort, an dem Besucher entdecken können, was die Verwaltung, Erforschung und Konservierung von Kunst alles beinhaltet. Diese Idee bildete die Grundlage für ein Gebäude, in dem Sammlungsmanagement und Besuchererlebnis zusammenkommen.

Building outside
Building inside

Ein Gebäude, das seine eigenen Regeln aufstellte

Der Entwurf von MVRDV verlieh dem Depot sein ikonisches Erscheinungsbild, stellte das Team jedoch gleichzeitig vor eine Reihe von Herausforderungen. Die geschwungene Form des Gebäudes, die unterschiedlichen Durchmesser der einzelnen Stockwerke und die zahlreichen tragenden Säulen machten es unmöglich, auf Standardlösungen zurückzugreifen.

Zudem sollte das Depot mehr sein als nur ein Lagerhaus. Besucher bewegen sich durch das Gebäude, werfen einen Blick in die Lagerbereiche und erhalten Einblicke in Abläufe, die normalerweise verborgen bleiben. Dies erforderte eine Innenraumgestaltung, die sowohl praktisch als auch einladend sein musste.

Auch die Sammlung selbst stellte hohe Anforderungen an die Lagerbedingungen. Mehr als 155.000 Objekte – von Gemälden und Fotografien bis hin zu Glaswaren, Designobjekten und Installationen – erfordern jeweils eigene Methoden der Lagerung, Handhabung und Konservierung.

See through cabinets

Ein fünfjähriges Puzzle

Die Entwicklung des Depots war ein Prozess, der Jahre in Anspruch nahm. Im Laufe des Projekts wurden Pläne verfeinert, Entwürfe angepasst und neue Erkenntnisse einbezogen. Die Kombination aus Architektur, Sammlungsmanagement, öffentlichem Zugang und Technologie machte das Projekt außerordentlich komplex.

Gleichzeitig fand einer der größten Umzüge in der Geschichte des Museums statt. Kunstwerke aus fünf verschiedenen Lagerorten mussten erfasst, vorbereitet und in eine völlig neue Lagerstruktur überführt werden.

Jede Entscheidung wirkte sich auf den nächsten Schritt aus – von Besucherströmen und Sichtlinien bis hin zu Klimatisierung und Lagerkapazität. Das Depot, wie es heute besteht, ist das Ergebnis jahrelanger Vorbereitung und Abstimmung zwischen allen Beteiligten.

Die meisten Museumssammlungen werden normalerweise hinter verschlossenen Türen aufbewahrt. Mit dem Depot wollten wir diese Geschichte sichtbar machen.

Fan-shaped layout

Jeder Meter erforderte eine maßgeschneiderte Lösung

Um der Sammlung gerecht zu werden, entwickelte Bruynzeel maßgeschneiderte Lösungen, die auf die Architektur des Gebäudes und die Anforderungen des Museums zugeschnitten waren. In den Lagerbereichen für Gemälde wurden Schienen fächerförmig angeordnet, um der Krümmung des Gebäudes zu folgen. So wurde der verfügbare Platz optimal genutzt und gleichzeitig eine unverwechselbare Präsentation der Sammlung geschaffen.

Auch die mobilen Lagersysteme wurden an die Raumform angepasst, wobei die Regale um tragende Säulen herum angeordnet wurden, um jeden verfügbaren Quadratmeter effizient zu nutzen. Da unterschiedliche Materialien unterschiedliche Umgebungsbedingungen erfordern, verfügt das Depot über mehrere klimatisierte Abteile und Lagerlösungen, die auf die Bedürfnisse der verschiedenen Teilsammlungen zugeschnitten sind.

Transparenz stand von Anfang an im Mittelpunkt. Große Glasflächen, freie Sichtlinien und angepasste Lagersysteme ermöglichen es den Besuchern, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, ohne dabei die Sicherheit oder den Erhalt der Exponate zu gefährden.

Filming

Vom Sparringspartner zum Projektpartner

Während des gesamten Prozesses arbeitete Bruynzeel eng mit dem Museum Boijmans Van Beuningen und den anderen beteiligten Parteien zusammen. Diese Zusammenarbeit ging weit über die bloße Lieferung von Lagersystemen hinaus.

Bereits in den frühesten Entwurfsphasen brachte Bruynzeel Ideen zur Gestaltung des Depots, zur Lagerungsstrategie und dazu ein, wie Zugänglichkeit mit der Erhaltung der Sammlung in Einklang gebracht werden könnte. Durch die Bündelung von Wissen und Erfahrung wurden Lösungen entwickelt, die sowohl der Sammlung als auch der außergewöhnlichen Architektur des Gebäudes gerecht wurden.

Es war dieses kontinuierliche Zusammenspiel von Design, Technologie und Praxis, das es ermöglichte, ein Depot zu schaffen, das voll und ganz den Ambitionen des Museums entspricht.

ArteRacks
Aisle

Ein Depot, das die Welt inspiriert

Seit seiner Eröffnung hat das Depot Boijmans Van Beuningen internationale Aufmerksamkeit bei Besuchern, Architekten, Museumsfachleuten und Sammlungsleitern auf sich gezogen. Das Gebäude zeigt, dass die Sammlungsbetreuung nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden muss.

Für das Museum Boijmans Van Beuningen bedeutet das Depot, dass die gesamte Sammlung an einem einzigen Ort unter optimalen Bedingungen verwaltet, erforscht und konserviert werden kann. Gleichzeitig bietet es Besuchern die einzigartige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Museums zu werfen.

Für Bruynzeel ist das Projekt ein bemerkenswertes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn technisches Fachwissen, maßgeschneiderte Lösungen und enge Zusammenarbeit zusammenkommen. Das Ergebnis ist ein Depot, das nicht nur eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Niederlande beherbergt, sondern auch als Inspiration für Museen auf der ganzen Welt dient.

Letztendlich geht es darum, die Kunst für die Ewigkeit zu bewahren. Das muss immer der Ausgangspunkt sein.

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